TVH Handball Mnner BZOL vom Samstag, 07.12.2019 - 19.45 Uhr

TV Helmbrechts - HG Kunstadt 25 : 23 (12 : 12)

TV Helmbrechts
Hoffmann, Cenk Uzun (Tor);
Benjamin Aust (2), Gmach (1), Dominik Aust (7/5), Rittweg (1), Köhler, Richter (2), Stefan Roßner, Breuherr (2), Schrepfer (6), Schneider (4), Sammet, Frisch.

Schiedsrichter: Bönisch/Weisflog (Coburg)

Zuschauer: 120

Zeitstrafen: Helmbrechts 2; Kunstadt 0.

Rote Karte: Tobias Sammet (TVH) 3. Minute wegen Foulspiel.

Siebenmeter: 6/5; 5/5.

Spielfilm: 0:3, 3:4, 5:5, 8:7, 9:10, 10:12, 12:12 (HZ); 14:12, 17:14, 21:16, 22:18, 23:20, 25:20, 25:23.

Egal, wer sich dem TV Helmbrechts momentan in der Bezirksoberliga Oberfranken in den Weg stellt. Die Frankenwäldler räumen alles weg und das in beeindruckender Art und Weise. Symbolcharakter hatte die Szene in der 58. Minute, als beim Stande von 25:21 Dominik und Benjamin Aust einen gegnerischen Konterangriff stoppten, weil sie den HG-Stürmer beim Zurücklaufen, kreuzten, überspurteten und dabei den Ball fair und sauber raustippten. Die Fans waren begeistert und die Brüder Aust klatschten sich nach dieser Aktion ab. Wohl wissend, dass dieses Spiel ab diesem Moment auf die Habenseite gebucht werden kann.

Zudem war Benjamin Aust kurz vorher Mittelpunkt einer weiteren vorentscheidenden Szene. Matthias Breuherr gelang das 24:20 und bereits 8 Sekunden später schlug es wieder im Kunstadter Kasten ein. Benjamin Aust nutzte kaltschnäuzig Kunstadter Schläfrigkeit beim Anwurf. schnappte sich den Ball und erhöhte per Konter auf 25:20. Den hochverdienten und teilweise glänzend erkämpften Erfolg vor Augen, führten durch direkte gegnerische Manndeckung noch ein paar kleine TVH-Nachlässigkeiten zur Ergebniskosmetik für den Gegner.

Dabei fing dieses Schlüsselspiel um die Verfolgerrolle der noch immer verlustpunktfreien HSG Rödental/Neustadt alles andere als wunschgemäß an. Tobias Sammet brachte im Zweikampf durch Hüftberührung seinen Gegner zu Fall, was die beiden Unparteiischen als "rotwürdig" ansahen. Somit war das Konzept der Hausherren schon nach 172 Sekunden über den Haufen geworfen. Was folgte, war eine etwas unrunde Anfangsphase, bis diverse Umstellungen griffen.

Kunstadt nutzte mit seinen treibenden Kräften Jung, Karapetjan und Deuber in dieser Phase die sich bietenden Gelegenheiten und spielte in der ersten Halbzeit, bis auf wenige Ausnahmen, immer aus einer Führung heraus. Dass dies so war hatte aber einen ganz anderen Hauptgrund. Der hieß Alexander Kießling und stand im Kunstadter Tor.

Ab Mitte der ersten Hälfte hatte sich der TVH längst auf die neue Situation eingestellt und brachte sein Spiel nach vorne. Immer wieder wurden die Lücken auf den Außenpositionen geschaffen, doch die Außen trafen nicht, oder nicht im Verhältnis zu den tatsächlichen klaren Chancen. Denn da stellte sich immer wieder Kießling in den Weg und brachte die einheimischen Angreifer oft zur Verzweiflung.

Es schien so, als könne der Gast sogar mit einer knappen Führung in die Kabine, doch dagegen hatte dann Daniel Schrepfer etwas. Er hämmerte in kurzen Abständen zwei Bälle in den Winkel, die nur noch Kondensstreifen hinter sich herzogen. Schrepfer machte eine gute Partie und legte nach dem Wechsel sofort nach. Hatte er sich schon beim 8:7 für die einzige TVH-Führung in Halbzeit eins verantwortlich gezeichnet, so brachte er auch unmittelbar nach Wiederanpfiff sein Team wieder nach vorne.

Was keiner ahnen konnte, dass der TVH ab diesem Moment die Führung bis ins Ziel nicht mehr abgeben würde. Das hatte Gründe. Helmbrechts kann Abwehr spielen und wie! Die Brüder Aust stellen ihre Nebenleute und dirigierten das Geschehen. Im Mittelblock machte Christian Frisch den Laden zu und dadurch ergaben sich plötzlich auch wieder die Konterchancen, die hervorragend verwertet wurden.

Zudem fand TVH-Keeper Tim Hoffmann immer besser ins Spiel und hielt jetzt die wichtigen Bälle. Die Mannschaft hat einmal mehr gezeigt, dass sie mit der Aufgabe wächst und in den zurückliegenden Wochen zu einer richtig guten Einheit zusammengewachsen ist. Auch technisch wird das Verständnis untereinander immer ausgewogener und mit Benjamin Aust ist die Sicherheit in der Abwehr zurückgekehrt. Dieses Verständnis für ein geordnetes Abwehrverhalten könnte sich der neutrale Beobachter auch gerne in einer Landesligamannschaft vorstellen. Vielleicht schon in der Saison 2020/2021, dann als SG Helmbrechts/Münchberg.

Aber solange müssen TVH und TVM mit dem Personal zurechtkommen, dass man vor der Saison den jeweiligen Teams zugeordnet hat. Wenn auch eine Klasse tiefer in der Bezirksoberliga Oberfranken, aber nichtsdestotrotz scheint beim aktuellen TV Helmbrechts der Laden hinten wesentlich dichter zu stehen, als beim TVM in der Landesliga.

Davon profitierte der eigene Angriff in Halbzeit zwei. Geschickt nach vorne aufgebaut, wussten die heimischen Angreifer die Gelegenheit immer öfter zählbar im gegnerischen Gehäuse unterzubringen. Auch deshalb, weil Gästekeeper Kießling bei weitem nicht mehr an die Form der ersten dreißig Minuten anknüpfen konnte.

So landeten die Gastgeber am Ende einen knappen, aber hochverdienten Heimsieg. Vor allem deshalb, weil man in der Chancenherausarbeitung gegenüber den Westoberfranken ein deutliches Übergewicht hatte. Westoberfranken ist auch das Thema der kommenden Woche. Dann muss der TVH am Sonntag, 15. Dez. zum letzten Spiel in diesem Jahr nach Weidhausen und wird auch dort versuchen, seine Serie fortzusetzen.

 

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