SG Helmbrechts/Mnchberg HANDBALL MNNER - Landesliga/Nord vom Samstag, 9.10.2021 - 19:45 Uhr

 

SG Helmbrechts/Münchberg   -   TV 1861 Erlangen-Bruck II            24:28            (11:10)

SG Helmbrechts/Münchberg
Behrens, Hurt (Tor);
Kalas, Opel, Aust (4/2), Kritzenthaler (2), Reif (1), Mayer (1), Merz (4), Lad (5), Troßmann (4), Roßner (2), Pritschet (1), Peetz.

Schiedsrichter: Moritz Hawly (Stadeln); Tim Hawla (Nürnberg).

Zuschauer:   260

Zeitstrafen: SG 5; Erlangen 6.

Rote Karte: Wackersreuther (Erlangen) in der 26. Minute wegen Foulspiel.

Siebenmeter: SG 2/2: Erlangen 8/8.

Spielfilm: 1:0, 1:3, 3:5, 6:6, 8:7, 9:9, 11:10 (HZ); 12:10, 13:13, 15:15, 17:15, 18:16, 19:18, 19:23, 22:24, 24:28.

Abpfiff in der Göbelhalle. Die erste Heimniederlage war an der Anzeigentafel abzulesen. 24:28, vom Ergebnis her deutlich, aber keinesfalls von der Spielanlage über die Gesamtdauer der Begegnung. Die Trotzreaktion gegenüber der Vorwoche in Bayreuth wurde auf das Parkett gebracht und dies vor allem spielerisch. Was im heimischen Lager niemand auf der Agenda hatte war die Tatsache, dass die Gäste über weite Strecken der Partie im Deckungsverbund große Unterstützung erhielten. Torwart, 6 Feldspieler, Latte und Pfosten. Die beiden Letztgenannten traten insgesamt neunmal als Tore Verhinterer auf und wurden so zum Bremsklotz für die SG-Stürmer.

Mehrmals davon in Schlüsselszenen der Begegnung. Zumal nach 5 dieser Alutreffer die Brucker im Gegenzug einnetzen konnten. Genau dahingehend bewegte sich auch die Analyse von SG-Trainer Christian Seiferth nach dem Abpfiff, der ergänzend zitierte: "Wir hatten heute viel auf unserer Seite, nur Glücksgöttin Fortuna spielte bei uns nicht mit!"

Es war eine beidseits hektische Anfangsphase, wo es Kritzenthaler erst in der 3. Minute gelang, vom Kreis aus die 1:0-Führung zu erzielen. Dann folgten die beiden ersten Latten- und Pfostentreffer und prompt nutzen dies die Gäste zur 1:3-Führung. Was danach kam was ein Abnutzungskampf, indem sich beide Kontrahenten nichts schenkten. Die jeweiligen Abwehrreihen hielten die gegnerischen Angreifer aber immer gut in Schach, sodass sich schon bald eine an Toren arme Partie abzeichnete.

Was bei den Gastgeber im weiteren Verlauf immer besser erkennbar war der Wille, diese Partie nach und nach auf die eigene Seite zu ziehen. Keinesfalls leicht, gegen einen -zumindest an diesem Tag- richtig spielstarken Gegner. Johannes Reif gelang es nach 21:02 seine Farben mit dem Treffer zum 7:6 wieder nach vorne zu bringen. Verdienter Lohn für nicht nachlassende Gastgeber denen es gelang, diesen knappen Vorsprung mit 11:10 mit in die Kabine zu nehmen.

Freilich hätten die letzten 20 Sekunden der ersten Halbzeit auch ein durchaus anderes Pausenresultat zugelassen. Wenn nach dem 11:10 und einer darauf folgende Parade von Hurt in den beiden letzten schnellen Angriffen  die jeweiligen Schützen hüben wie drüben nicht leer ausgegangen wären.

28 Sekunden nach Wiederanpfiff brachte Philipp Troßmann seine Mannschaft erstmals mit 2 Treffern nach vorne. Doch wie gewonnen, so zerronnen. Zumindest für den Moment nach einem Erlanger Doppelschlag. Ab dem 12:12 wogte die Partie in dem bisher praktizierten Torminimalismus weiter hin und her. Das ging bis zur 41./42. Minute so, bevor Philipp Troßmann zum 16:15 und danach Jan Lad beim 17:15 wieder 2 Treffer vorlegten.

Jetzt roch es nach Vorentscheidung. Auch deshalb, weil die Gastgeber plötzlich alle Trümpfe in eigener Hand hielten. Obwohl die Brucker zwischendurch wieder egalisierten, gelang Julian Merz die erneute Führung. Gerade ihm muss man diesmal eine ausgezeichnete Leistung sowohl im Angriff, wie vor allem in der Deckung bescheinigen.

Niemand in der Halle hätte jetzt auch nur einen Euro auf die Schlussphase gesetzt, so wie sie dann wirklich abgelaufen ist. Gerade auf der Zielgeraden eingebogen wollten die Hausherren den Sack vielleicht etwas zu schnell zuzumachen. Die Gelegenheiten waren vorhanden. In den betreffenden Situationen nicht zu werfen, wäre dann vielleicht auch etwas Angst vor der eigenen Courage gewesen. Aber, so selbstkritisch muss man sein, der eine oder andere Abschluss war eben nicht zielgenau genug. Und in der Summe waren es zu viele Fahrkarten.

Genau in dem Punkt hatten im Endspurt die Gäste die klar besseren Karten. Freilich wurden ihnen die Gelegenheiten quasi auf dem Tablett serviert. Dass gerade in dieser Phase noch zweimal das Aluminium den Mittelfranken zu Seite stand, sollte zum SG-Nackenschlag werden. Ein 0:4-Lauf brachte bis zur 51. Minute die Universitätsstädter mit 19:23 in die Vorderhand.

Jetzt mussten die Gastgeber alles probieren. Torhüter raus, 7. Feldspieler oder bei eigener Zeitstrafe eben dann auch ohne Keeper, um wieder 6 Angreifer auf die Platte zu bringen. Bei gegnerischen Angriff direkte und offene Manndeckung im Wechsel. Trainer Christian Seiferth hat mit den Seinen  alles versucht, um dem Spiel nochmals eine Wende zu geben.

Gegen einen richtig spiel- und auf allen Positionen gleichstarken Gegner klappte dies aber nicht mehr. Auch deshalb nicht, weil sich Fortuna längst auf Gästeseite geschlagen hatte. Dass Glück am Ende nur der Tüchtige hat, kann man diesmal nicht so stehen lassen. Engagement und Siegeswillen brachte die SG Helmbrechts/Münchberg zu jeder Zeit auf das Parkett.

Doch wenn es so läuft, wie  es diesmal in der Endphase gleich mehrfach lief, dann steht auch schon mal eine klare Niederlage zu Buche, die den wahren Spielverlauf über weite Strecken nicht richtig wiederspiegelt. Der Vorteil der Brucker lag klar darin, dass sie die vor allem unglücklichen Abschlüsse der Heimmannschaft fast immer beim jeweiligen Gegenangriff gnadenlos bestraften. Oft auch durch Konter, die sehr sicher abgeschlossen wurden.

Nun steht sie, die erste Heimniederlage und damit mit 2:4 Zählern auch erstmals ein negatives Punktekonto. Geplant war es so nicht. Zu einem so frühen Zeitpunkt in der Saison aber auch kein Grund die Köpfe hängen zu lassen, zumal es die SG im weiteren Saisonverlauf sicherlich noch mit einen oder anderen nicht so spielstarken und technisch beschlagenen Gegner, wie es die Brucker an diesem Tag waren, zu tun bekommt.

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