100 Jahre Handball im TV Helmbrechts


Juli 2022: Der Helmbrechtser Handball wird 100


Bericht von Werner Bußler

Seit 100 Jahren wird in Helmbrechts Handball gespielt. 1922, mutmaßlich im Juli, gründete sich im damals seit 60 Jahren bestehenden Turnverein die Abteilung, die im Lauf der folgenden Jahrzehnte zu einem der Aushängeschilder des Vereins werden sollte. Ein Jahrhundert Handball - da lohnt sich ein Blick in die Chronik. Schon einige Jahre nach der Gründung, nämlich nach Beendigung der Saison 1929/1930, holten sich die Sportler aus dem Frankenwald den oberfränkischen Meistertitel. Nach dem Krieg tat sich der Verein dann schwer. Erst 1954 gelang es, die Abteilung wiederzubeleben.
Fortan mangelte es an Talenten nicht, wie die 1958 errungene nordbayerische Vizemeisterschaft der Jugend unterstreicht. Bis Mitte der 1970er Jahre übten die Athleten ihre Sportart noch auf dem Großfeld aus.

Einen Aufschwung nahm der Handball im TVH in den 1960er Jahren, zumal einige Aktive vom VfB, der sein Team aufgelöst hatte, zum Spielerstamm stießen. Ungeschlagen holte man 1966 die Kreismeisterschaft und mit Torwart Werner Rupp hatte man um diese Zeit sogar einen B-Nationalspieler in den Reihen, der später in höchsten Klassen spielte. Talent und Trainingsfleiß sorgten dafür, dass der TVH in den 1970er Jahren einige Spieler der Bezirks- und Bayernauswahl stellte, unter ihnen Torwart Jürgen Feigl, der sich im Auswahlgehäuse damals mit dem späteren Nationaltorwart Roch abwechselte.
Um diese Zeit erwarben sich Rudolf Schelzke und Manfred Cebula große Verdienste. Auf Initiative des damaligen Jugendtrainers Manfred Cebula gelang es 1976 gegen alle Widerstände eine Damenmannschaft ins Leben zu rufen, die wöchentlich eine Trainingsstunde in der Schulturnhalle gewährt bekam, aber schon bald erste Erfolge feierte. Später traten sie sogar zwei Jahre lang in der Bayernliga Nord an und auch den Herren gelang 2005 der Aufstieg in die Bayernliga.

Doch zurück zu den 70ern und 80ern. Damals hatte sich schon das Kleinfeldhandball etabliert. Spiele im Sommer fanden auf einer Anlage bei der Realschule und auf dem Jahnsportplatz statt. Die Hallenheimspiele wurden in Münchberg, Hof und Bayreuth ausgetragen, In den 80er Jahren begann eine von „Gotti" Gottfried Aust und Günther Weiß geprägte Ära.
Den beiden Sportlehrern, beide im TVH groß geworden, gelang es, die Jugend für den Handball zu begeistern. So gab es im 1987 im TV Helmbrechts 13 Mannschaften (Vier Männerteams, zwei Damenteams, vier männliche Jugendteams und drei weibliche Jugendteams). Damit stand der TVH im Kreis Hof/ Wunsiedel an der Spitze - der nächste Verein bot acht Mannschaften auf. Das Ganze ohne Halle, die wurde erst 1987 eingeweiht. Mit einer Halle in der Stadt und damit verbundenen besseren Trainingsmöglichkeiten folgten weitere Triumphe und Helmbrechts galt und gilt als oberfränkische Handballhochburg. 1996 gibt es allein im Nachwuchsbereich des TVH 13 Teams mit über 100 Akteuren. 1998 gelang es, nicht nur den tschechischen Ex-Nationalspieler Lukas Klaus als Trainer zu gewinnen, auch die A-Jugendteams der Mädchen und Jungen stiegen in diesem Jahr beide in die Bayernliga auf.
2014 gab Gottfried Aust das Zepter als Abteilungsleiter ab, doch in den Folgejahren und bis heute fanden sich immer wieder engagierte Mitstreiter, die dem Handball in Helmbrechts ein Fundament gaben.

Seit einigen Jahren bilden die ehemaligen Konkurrenten vom TV Münchberg und TV Helmbrechts bekanntlich sowohl im Erwachsenenbereich als auch in der Jugend (mit Ausnahme der jüngsten Handballer) eine Spielgemeinschaft. Den Verantwortlichen beider großen Sportvereine ist es gelungen, alte Vorurteile auszuräumen und gemeinsam schlagkräftige Teams auf die Beine zu stellen. Die Heimspiele finden jetzt abwechselnd in Münchberg und Helmbrechts statt.



Von links: Gotti Aust, Edgar Schübel, Karlheinz Bittermann, Günther Weiß, Jürgen Voigt



Festzug zum Stadtjubiläum Stadt Helmbechts 2022

Fotos vom Handballtag in der Göbelhalle sind hier:
www.tv1862helmbrechts.de/gallery.php